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Reisewarnungen
Somalia - Stand 01.10.2008 (Unverändert gültig seit: 23.09.2008)
Vor Reisen nach Somalia und in die somalischen Küstengewässer wird eindringlich gewarnt. Deutschen Staatsangehörigen wird dringend geraten, das Land zu verlassen.
Reisende gehen ein sehr hohes Sicherheitsrisiko ein. Im Falle einer (sei es gesundheitlichen, sei es kriminalitätsbedingten) Notlage fehlen staatliche Stellen, die Hilfe leisten könnten.
Die Deutsche Botschaft in Somalia ist geschlossen, die Gewährung von konsularischem Schutz ist nicht möglich. Zuständig ist die deutsche Botschaft in Nairobi/Kenia (Tel. 00254-20-4262100, Fax: 00254-20-4262129).
In Somalia, insbesondere in Zentral-und Südsomalia, hat sich die Sicherheitslage seit dem Einmarsch äthiopischer Truppen zur Unterstützung der somalischen Übergangsregierung und der Vertreibung der islamischen Gerichtshöfe Ende 2006 verschärft. In der Vergangenheit wurden westliche Staatsangehörige wiederholt Opfer von Entführungen, und Mordanschlägen. Die Zahl der Selbstmordattentate in Zentral- und Südsomalia, v.a. in Mogadischu, nahm in den letzten Monaten zu. Es ist stets damit zu rechnen, dass es zu Anschlägen (ferngesteuerte Sprengsätze, Granatbeschuss u.ä.) und bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen kommt, die auch Unbeteiligte in größerer Zahl in Mitleidenschaft ziehen (können).
Auch in Puntland (im Nordosten Somalias) sowie im umstrittenen Grenzgebiet zwischen Puntland und Somaliland (im Nordwesten Somalias) muss mit extremer Unsicherheit bis hin zu kriegsähnlichen bewaffneten Auseinandersetzungen gerechnet werden. Zudem ist es in bzw. von Puntland aus jüngst zu mehreren Entführungen westlicher Staatsangehöriger und zu zahlreichen Schiffskaperungen gekommen. Im Sommer 2008 wurden zwei deutsche Staatsangehörige im Golf von Aden von Piraten entführt und in das zwischen Somaliland und Puntland umstrittene Gebiet verschleppt. Von einem Fortbestehen der Piraterie- bzw. Entführungsgefahr muss ausgegangen werden.
Reisen nach Somaliland sind grundsätzlich als etwas weniger riskant, aber immer noch überdurchschnittlich gefährlich zu beurteilen. Dies wurde Anfang 2008 durch die Entführung eines deutschen Staatsangehörigen in der zwischen Somaliland und Puntland umstrittenen Sanaag-Region erneut unterstrichen.
Die Sicherheitslage in ganz Somalia (dies gilt auch für Somaliland!) ist zudem durch eine sehr hohe Kriminalität gekennzeichnet.
Wegen der Gefahr von Piraten, auch weit vor der somalischen Küste, wird empfohlen, diese Gewässer unbedingt zu meiden. Es gibt insbesondere gegen Europäer gerichtete Drohungen. Das IMB Piracy Reporting Centre (PRC) in Kuala Lumpur empfiehlt, einen 200 Seemeilen Mindestabstand zur Küste zu wahren. Dabei sollte insbesondere ein Kurs zwischen der Insel Sokotra und der somalischen Küste vermieden werden.
Georgien - Stand 01.10.2008 (Unverändert gültig seit: 18.09.2008)
Landesspezifische Sicherheitshinweise
Von nicht erforderlichen Reisen nach Georgien wird abgeraten. Ist eine Rückkehr aus beruflichen Gründen erforderlich, wird aufgrund der weiterhin unsicheren Sicherheitslage um Beachtung der nachfolgenden Hinweise gebeten. In den von den russischen Truppenteilen zeitweilig besetzen Landesteilen besteht teilweise noch erhöhte Minengefahr.
Trotz Einstellung der Kampfhandlungen und während laufender Bemühungen zur Umsetzung des ausgehandelten Waffenstillstandes, kann es vereinzelt immer noch zu bewaffneten Zwischenfällen kommen. In Südossetien, in Abchasien und auch in der Umgebung der eigentlichen Konfliktgebiete ist die Lage weiterhin angespannt und teilweise immer noch unübersichtlich. Die öffentliche Sicherheit ist in diesen Landesteilen nicht hinreichend gewährleistet. Im Westen Georgiens in der Gegend um Sugdidi und im Zentrum des Landes nördlich von Gori befinden sich weiterhin russische Kontrollposten; gelegentliche Kontrollen durch die russischen Soldaten können nicht ausgeschlossen werden. Die Situation kann sich jederzeit ändern. Informieren Sie sich daher auch über die lokalen Medien.
Es besteht eine erhöhte Gefahr durch Minen und nicht explodierte Munition in Gebieten, die während des Krieges von Kampfhandlungen betroffen oder von russischen Truppenteilen nach dem Ende der Kampfhandlungen kontrolliert wurden.
Von Nachtfahrten wird aus Sicherheitsgründen ausdrücklich abgeraten.
Die Deutsche Lufthansa AG hat den Flugverkehr von und nach Tiflis wieder aufgenommen.
Haiti - Stand 10.09.2008 (Unverändert gültig seit: 09.09.2008)
Vor Reisen nach Haiti wird gewarnt.
Haiti ist von den Hurrikans der vergangenen Wochen stark betroffen. Es hat schwere Überschwemmungen, Erdrutsche und große Schäden an Gebäuden,
Brücken und Straßen gegeben. Betroffen ist das gesamte Land, insbesondere aber die Region Gonaives. Eine Normalisierung der Situation ist nicht kurzfristig zu
erwarten.
Kriminalität/ Sicherheit
In Haiti muss trotz der Anwesenheit internationaler Truppen- und Polizeikontingente im Rahmen der VN-Mission MINUSTAH auch weiterhin mit Ausbruch von Gewalt
gerechnet werden. In mehreren Städten Haitis und auch in der Hauptstadt hatte es Anfang des Jahres Demonstrationen gegen die gestiegenen Lebensmittelpreise,
Plünderungen und Verwüstungen gegeben. Momentan sind diese Auseinandersetzungen abgeklungen, sie können aber jederzeit wieder aufflammen.
Die Sicherheitslage in Haiti bleibt trotz einiger Fortschritte bei der Bekämpfung der Bandenkriminalität schlecht, die Gewaltkriminalität ist
insbesondere in der Hauptstadt Port-au-Prince hoch. Bewaffnete Banden schrecken nicht vor Entführungen zur Erpressung eines Lösegeldes zurück.
Betroffen ist neben der Hauptstadt auch Cap Haitien. In letzter Zeit wurden auch Ausländer in besseren Wohnvierteln wie dem Hauptstadtvorort Pétionville
entführt.
Mali - Stand 10.09.2008 (Unverändert gültig seit: 05.09.2008)
Landesspezifische Sicherheitshinweise / Teilreisewarnung
Kriminalität
Vor Reisen in die Gebiete nördlich des 15,5 Breitengrades (malisch-mauretanische Grenze bis nach Youvaru und ab dort nördlich
des Niger-Flusses bis zur Grenze von Algerien und Niger), mit Ausnahme der Städte Timbuktu und Gao, wird ausdrücklich gewarnt.
Die Sicherheitslage im Norden Malis wird durch bewaffnete, grenzüberschreitend operierende Gruppierungen erheblich gefährdet. Es besteht
die Gefahr bewaffneter Überfälle auch auf Reisegruppen. Jüngste, vor allem gegen die malische Armee gerichtete Anschläge deuten auf
eine weitere Verschlechterung der Sicherheitslage hin.
Reisen über Land
Aufgrund der Instabilität in der benachbarten Côte d’Ivoire ist bei Reisen in der Region Sikasso – insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit
– besondere Vorsicht geboten.
Generell wird von Überlandautofahrten bei Dunkelheit wegen des hohen damit verbundenen Unfallrisikos und der Gefahr von Überfällen abgeraten.
Im Innenstadtgebiet Bamakos sollte nach Mitternacht ein Auto oder ein Taxi benutzt werden. Unbeleuchtete Straßen sollten gemieden werden.
Afghanistan - Stand 10.09.2008 (Unverändert gültig seit: 03.09.2008)
Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt.
Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein.
Trotz Präsenz der Internationalen Schutztruppe ISAF kann es landesweit zu Attentaten kommen. Die Sicherheitskräfte der Regierung sind nicht in der
Lage, Ruhe und Ordnung zu gewährleisten.
In ganz Afghanistan besteht das Risiko, Opfer einer Entführung zu werden. In der Hauptstadt Kabul können Überfälle und Entführungen
auch tagsüber nicht ausgeschlossen werden. Im übrigen Land bestehen teilweise noch deutlich höhere Sicherheitsrisiken.
Allen Deutschen vor Ort wird zu größtmöglicher Vorsicht geraten. Dies gilt besonders für Überlandfahrten, die auch in vergleichsweise
ruhigeren Landesteilen nur im Konvoi, nach Möglichkeit bewacht, und mit ortskundiger Begleitung durchgeführt werden sollten. Die Sicherheitslage auf der
Strecke muss zeitnah zur Fahrt sorgfältig abgeklärt werden. Es wird davor gewarnt, auf ungesicherten Plätzen zu übernachten.
In weiten Landesteilen besteht keine medizinische Versorgung. Im Hinblick auf spezifische Krankheitsrisiken wird auf tropenärztliche Beratung verwiesen.
Hilfe für in Not geratene Deutsche kann die Botschaft nur in der Hauptstadt Kabul leisten.
Reise- und Sicherheitshinweise, Reisewarnung für den Gaza-Streifen - Stand 10.09.2008 (Unverändert gültig seit: 18.08.2008)
Vor Reisen nach Mauretanien wird derzeit gewarnt.
Die Sicherheitslage in Israel und im Palästinensischen Gebiet ist weiterhin sehr angespannt. Vor Ort befindliche Personen in Israel und den Palästinensischen Gebieten werden daher zu erhöhter Vorsicht aufgerufen. Vor Reisen in den Gazastreifen wird dringend gewarnt.
Israel
Die Lage in der Nähe des Gaza-Streifens ist derzeit besonders angespannt. Es kommt zu regelmäßigem Beschuss israelischer Städte in der Grenzregion durch Qassamraketen, der in letzter Zeit noch einmal deutlich zugenommen hat. Neben der grenznahen Stadt Sderot ist davon zunehmend die ca. 12 km vom Gaza-Streifen entfernte israelische Stadt Ashkelon betroffen. Israel verstärkt seine militärischen Operationen im Gaza-Streifen. Von Reisen in Gebiete in der Nähe des Gaza-Streifens wird daher dringend abgeraten.
Am 06. März 2008 wurden bei einem Selbstmordanschlag in einer Religionsschule in West-Jerusalem acht Schüler getötet und neun weitere zum Teil schwer verletzt. Am 04. Februar 2008 wurde in Dimona im Negev in einer Einkaufsstrasse ein Selbstmordanschlag verübt. Die israelische Polizei hat daraufhin die Alarmbereitschaft in ganz Israel, insbesondere im Süden erhöht und vor Infiltration von Terroristen aus dem Sinai gewarnt.
Die israelischen Behörden warnen weiterhin vor möglichen Terroranschlägen in ganz Israel. In Israel (innerhalb der Grenzen vom 04.06.67) besteht jederzeit und besonders in Städten die Gefahr von Anschlägen, insbesondere Selbstmordattentaten. Die Anschläge richteten sich in der Vergangenheit insbesondere gegen öffentliche Verkehrsmittel (insb. Linienbusse) und öffentliche Orte mit hohen Besucherzahlen einschl. Einkaufszentren, Restaurants und Diskotheken. Auch Ausländer waren Opfer von Anschlägen. Daher wird höchste Vorsicht empfohlen.
In unmittelbarer Nähe der neu errichteten bzw. im Bau befindlichen Sperranlage zwischen Israel und der Westbank kommt es immer wieder zu Demonstrationen. In ihrer Umgebung wird zu besonderer Vorsicht geraten.
Seit dem 14.08.2006 herrscht nach kriegerischen Auseinandersetzungen Waffenruhe im israelisch-libanesischen Grenzgebiet.
Es wird geraten, vor und während der Reise nach Israel Meldungen in den Medien über die aktuelle Entwicklung erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken.
Den Anweisungen der örtlichen Sicherheitskräfte ist auf jeden Fall Folge zu leisten.
Grenzübergänge
Bei den Grenzübergängen von Eilat nach Ägypten (Taba) und Jordanien (Arava), sowie den Grenzstationen Sheikh Hussein von Israel nach Jordanien und Allenby Bridge von der Westbank nach Jordanien kann es immer wieder zu kurzzeitigen Schließungen bzw. einer Verkürzung der Öffnungszeiten kommen. Zu den Übergängen von Israel nach Gaza (Achtung: Reisewarnung) siehe unten.
Jerusalem (einschließlich Ost-Jerusalem)
In Jerusalem wird aufgrund der angespannten Situation zu besonderer Vorsicht geraten. Öffentliche Verkehrsmittel, ebenso wie öffentliche Orte mit hohen Besucherzahlen einschließlich Restaurants, waren in der Vergangenheit Ziele von Anschlägen in der Stadt. Von Besuchen in der Nähe des Tempelbergs an Freitagen wird abgeraten. Bei Altstadtbesuchen wird zu genereller Vorsicht – insbesondere an islamischen und jüdischen Feiertagen - geraten. Ortskundige Begleitung wird empfohlen.
Palästinensisches Gebiet: Gazastreifen
Vor Reisen in den Gazastreifen wird dringend gewarnt.
Seit der Entführung eines israelischen Soldaten am 26.06.2006 und aufgrund des Beschusses israelischer Städte durch Qassam-Raketen vom Gazastreifen aus kommt es immer wieder zu militärischen Operationen Israels im Gazastreifen. Der Gazastreifen ist vollständig abgeriegelt, die Übergänge sind für alle Inhaber palästinensischer Ausweispapiere nur in wenigen Ausnahmefällen geöffnet. Es kann jederzeit zu einer völligen Schließung der Übergänge und zu einem Reiseverbot auch für Ausländer kommen. In solchen Fällen sind die Botschaft Tel Aviv oder das Vertretungsbüro Ramallah außerstande, den Reisenden die Ausreise zu ermöglichen. Die Ein- und Ausreise über den Grenzübergang Rafah ist nicht möglich.
Seit dem Frühjahr 2006 wurden wiederholt Ausländer entführt (zuletzt am 12. März 2007 ein Korrespondent der BBC) und westliche Einrichtungen angegriffen. Es besteht eine besondere Gefährdung für westliche Ausländer.
Wer trotzdem reist, muss mit einer erheblichen Gefährdung durch terroristische Anschläge und Entführungen rechnen.
Palästinensisches Gebiet: Westjordanland (Westbank)
Von Reisen in das Westjordanland wird grundsätzlich abgeraten. Aufenthalte in den Städten Bethlehem und Jericho und Tagfahrten nach und am Toten Meer (Straße 1) sowie Tagfahrten im Jordantal auf Straße 90 sind derzeit vertretbar.
Aufgrund der bewaffneten Auseinandersetzungen mit Israel im Gazastreifen und des innerpalästinensischen Konfliktes zwischen Hamas und Fatah liegt aktuell auch im Westjordanland ein erhöhtes Risiko vor. Es wird empfohlen, die Berichterstattung in den Medien über sicherheitsrelevante Ereignisse aufmerksam zu verfolgen und Fahrten im Westjordanland auf das unerlässliche Minimum zu reduzieren. Fahrten in das nördliche Westjordanland (insbesondere Jenin, Nablus, Tulkarem), aber auch nach Hebron sollten gegebenenfalls eng mit dem deutschen Vertretungsbüro in Ramallah abgestimmt werden. Nachtfahrten sollten völlig unterbleiben.
Auch für die Westbank gilt, dass israelisches Militär eine Schließung der Übergänge zwischen Westbank und Israel anordnen kann. Das Passieren der Übergänge zwischen Israel und Westjordanland kann dann insbesondere für deutsche Staatsangehörige mit palästinensischen Ausweispapieren auch mit Unterstützung der Deutschen Botschaft Tel Aviv und des Vertretungsbüros in Ramallah nicht sichergestellt werden.
Libanon - Stand 10.09.2008 (Unverändert gültig seit: 15.08.2008)
Landesspezifischer Sicherheitshinweis sowie Reisewarnung für Gebiete und Flüchtlingslager im Norden und Süden des Libanon
Bei Reisen in den Libanon wird zu erhöhter Vorsicht geraten.
Gewarnt wird vor Reisen in die palästinensischen Flüchtlingslager Nahr al-Bared und Beddawi (bei Tripoli / Tarabulus) und Ain al-Helweh (bei Sidon / Saida), in die Bekaa-Ebene nördlich von Baalbek, die südliche Bekaa-Ebene und das Grenzgebiet zu Israel.
Lage vor Ort
Nach den bewaffneten Auseinandersetzungen im Mai 2008 hat sich die Lage im Lande wieder normalisiert. Alle Grenzübergänge nach Syrien und der Flughafen Beirut sind geöffnet.
Trotz der vollzogenen Regierungsbildung und einer allgemeinen politischen Entspannung mit einhergehender Verbesserung der allgemeinen Sicherheitslage bestehen weiterhin latente Spannungen zwischen konfessionellen Gruppen. Auch der Ausbruch von örtlich begrenzten Unruhen kann dabei nicht ausgeschlossen werden (problematische Gebiete s. u.).
Terrorismus
In der Innenstadt von Tripoli kam es am 13. August 2008 zu einem Sprengstoffanschlag auf einen hauptsächlich von Armeeangehörigen genutzten Minibus, dem 14 Menschen zum Opfer fielen. Zwischen Frühsommer 2007 und Anfang 2008 sind bei verschiedenen gezielten Sprengstoffanschlägen im Raum Beirut zahlreiche Menschen getötet oder verletzt worden. Ein am 24. Juni 2007 auf eine spanische Patrouille der im Südlibanon stationierten Friedenstruppen der Vereinten Nationen (UNIFIL) verübter Anschlag forderte sechs Todesopfer. Die Hintergründe des jüngsten Anschlags und der früheren Anschläge sind bisher nicht geklärt.
Bei Kämpfen zwischen libanesischer Armee und sunnitischen Extremisten um das Palästinenserlager Nahr al-Bared bei Tripoli wurden zwischen Ende Mai und Anfang September 2007 über 400 Personen getötet. Spannungen zwischen dem Lager und seiner Umgebung bestehen fort.
Politisch motivierte Gewalt
Die Kämpfe zwischen Regierungs- und Oppositionsanhängern im Mai 2008 in Beirut, in Tripoli und im Schufgebirge forderten über 60 Todesopfer. Während sich die Lage durch das Abkommen von Doha vom 21. Mai 2008 beruhigt hat, scheinen die Nachwehen dieses Konflikts insbesondere in der nördlichen Hafenstadt Tripoli noch nicht überwunden und haben dort immer wieder zu kurzfristigen Ausbrüchen von Straßenkämpfen geführt.
Darüber hinaus kommt es immer wieder zu Gewalttaten, insbesondere gegen Vertreter und Einrichtungen oder Gebäude libanesischer Parteien.
Reisen im Land
Mit Nachdruck gewarnt wird vor Reisen in die palästinensischen Flüchtlingslager Nahr al-Bared und Beddawi bei Tripoli / Tarabulus im Nordlibanon, in die Bekaa-Ebene nördlich von Baalbek und zu den südlich von Baalbek gelegenen Orten Majdel Anjar, Ghaze, Qaraun, Bar Elias, Talabaya, Sednayel und Britel, in das Flüchtlingslager Ain al-Helweh bei Sidon / Saida sowie in die Gebiete südlich des Litani (mit Ausnahme der Stadt Tyros / Sur), in die südliche Bekaa-Ebene und in das Grenzgebiet zu Israel.
Dringend abgeraten wird von Reisen in den Nordlibanon (Stadt und Kreis Tripoli, Bezirke Akkar und Diniyye).
Alle Reisen sollten sorgfältig, u.a. durch Einholen aktueller Informationen, vorbereitet werden.
Das gilt auch für Dienst- und Geschäftsreisen sowie Familienbesuchen, die in Zusammenarbeit mit libanesischen Partnern unternommen werden. Diese verfügen über langjährige Erfahrung zum Verhalten bei Konflikten und der Gewährleistung ihrer Sicherheit und sind meist gut über aktuelle Entwicklungen informiert. Zusammen mit ihnen sollten die Reisen sorgfältig vorbereitet werden. Einzelheiten wie Abholung, Transport und Unterkunft im Libanon sollten vom Organisator bzw. vom Reisenden vorab mit dem dortigen Gastgeber bzw. Gesprächspartner auch unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten vereinbart werden. Fahrten sollten nur in Begleitung ortskundiger libanesischer Vertrauenspersonen bzw. anerkannter Touristenführer unternommen werden.
Das Erfordernis erhöhter Aufmerksamkeit gilt insbesondere auch für die nicht bereits von der Reisewarnung betroffenen Flüchtlingslager, die südlichen Vororte von Beirut, konfessionelle Mischgebiete und den Norden des Landes. Die libanesischen Sicherheitskräfte sind in keinem der palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon präsent und können die Sicherheit dort nicht gewährleisten. Es wird ferner empfohlen, sich aus den örtlichen Medien über aktuelle Entwicklungen ständig informiert zu halten und ggfs. Kontakt zur deutschen Botschaft aufzunehmen.
Die deutsche Botschaft in Beirut kann kurzfristig Empfehlungen zu Besuchszeitraum und -ort geben. Informationen hierzu finden Sie auch auf der Internet-Seite der Botschaft unter www.beirut.diplo.de, die im Krisenfall ständig aktualisiert wird.
Den Anweisungen der örtlichen Sicherheitskräfte ist auf jeden Fall Folge zu leisten. Weiterhin können in allen Städten und auf allen Landstraßen Kontrollen stattfinden. Aus diesem Grund sollten Reisende stets Reisedokumente im Original mit sich führen.
Deutschen, die sich im Lande aufhalten und sich bisher nicht in die Deutschenliste der Botschaft eingetragen haben, wird empfohlen, ihren Aufenthaltsort und ihre Erreichbarkeit der Botschaft Beirut telefonisch (04-929 600), per Fax oder per Mail mitzuteilen.
Dauerhaft im Libanon lebenden Deutschen wird empfohlen, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und Kontakt mit ihren Vertrauenspersonen zu halten.
Hier finden Sie weitere wichtige Meldungen
des Auswärtigen Amtes:
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